Pädagogische Konzepte

Allgemeine Unterrichtsprinzipien

Unterrichtsprinzipien sind allgemeine Grundsätze zur Gestaltung von Erziehung und Unterricht.

  • Handlungsorientierung: Lernen vollzieht sich an der Overbergschule so weit wie möglich als handelndes Lernen, d.h. eher durch eigenes aktives Tun als durch Zuhören. Das Handeln meint ein praktisches Tun, das auf echte Aufgaben und Probleme gerichtet ist.

  • Anschaulichkeit: Unterrichtliche Inhalte, aber auch die entsprechenden Abläufe und Strukturen müssen anschaulich, übersichtlich und durchschaubar sein. Dies gilt ebenso für die Grundsätze und Regeln des Zusammenlebens.

  • fächerübergreifende Projekte: Inhalte und Themen werden in verschiedenen Fächern aufgegriffen und von verschiedenen Seiten beleuchtet. Dadurch wird das vernetzte Wissen gefördert. Es bietet den Schülern verschiedene Zugänge zum Inhalt, wodurch komplexeres Wissen entsteht. Häufig ist das Ziel eines fächerübergreifenden Projekts, ein Produkt oder ähnliches herzustellen.

  • Lebensweltbezug: Unterrichtliche Inhalte orientieren sich nach Möglichkeit an der Lebenswirklichkeit der Schüler. Die Schüler sollen zunehmend besser in der Lage sein, sich in ihrem Lebensumfeld zurechtzufinden, dieses zu verändern und sich in ihm zu verwirklichen.

  • Praxisorientierung: Im Unterricht sollte die Berufs- und Lebensnähe beachtet werden und wenn möglich sollte eine Veranschaulichung durch berufsbezogene Beispiele erfolgen. Ebenso sollten die praktischen Erfahrungen der Schüler mit einbezogen werden. Praktika sind ein wichtiger Bestandteil der Berufsvorbereitung.
  • Schlüsselqualifikationen: Sie sollen den Schülern dauerhaft die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Hierzu gehören Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, Selbstständigkeit und Kreativität, Verantwortungs-Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit sowie Respekt vor Mitmenschen.
Sprach- und Leseförderung
  • Sprachtherapie: In der Sprachtherapie werden, je nach Bedarf des Kindes, Hör und Sprechübungen in der Laut-, Silben und Wortbildung, grammatikalische Gesetzmäßigkeiten, kommunikative Kompetenzen, Übungen im Bereich der Wortschatzarbeit und Grundlagen für das Lesen und Schreiben vermittelt.

  • Leseförderung: In der Leseförderung werden das Interesse und die Freude durch die schrittweise Steigerung der Lesefertigkeiten kindgerecht erweitert.

  • Förderung im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DAZ): In der DAZ-Förderung werden pädagogische und fachliche Grundlagen (in den Bereichen Aussprache, Wortschatz, Kommunikation und Grammatik) von Schülern mit nichtdeutscher Erstsprache durch Kommunikation in der Kleingruppe vermittelt.

  • Englisch: Der Englischunterricht an unserer Schule definiert sich als darstellender, spielerischer und gestaltender Umgang mit einer Fremdsprache. Durch einen hohen Anteil des Mündlichen, einer Strukturiertheit des Unterrichtes, häufigen Wiederholungen und Routinen und der Verwendung von Ritualen werden im Englischunterricht möglichst viele Sinne angesprochen, um die Freude an einer Fremdsprache zu erwecken und aufrecht zu erhalten.
Zusammenarbeit mit Eltern

Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern und Lehrern ist eine wichtige Voraussetzung für koordiniertes Vorgehen bei der Förderung unserer Schüler/Innen und uns sehr wichtig. Ein erster Kontakt zwischen Eltern und Lehrern findet häufig schon im Rahmen des AO-SF statt.

Die Eltern unserer Schüler/Innen werden jeweils zum Schuljahresbeginn zu einem Klassenpflegschaftsabend eingeladen, bei dem sie Hinweise für das neue Schuljahr erhalten und die Klassenpflegschaftsvorsitzenden und Vertreter wählen. Diese Abende dienen auch der Information der Eltern über die inhaltliche Arbeit in der Klasse, der Information über die Organisation des Schulalltags sowie z.B. die Planung von Theaterbesuchen, Klassen- oder Abschlussfahrten.
Die gewählten Klassenpflegschaftsvorsitzenden wählen wiederum aus ihrem Kreis einen Schulpflegschaftsvorsitzenden, welcher an allen wesentlichen Entscheidungen in den Schulkonferenzen mitwirken kann.

Im Laufe des Jahres finden zwei Elternsprechtage statt. Hier können sich die Eltern über den Leistungs- und Entwicklungsstand ihrer Kinder informieren. 



Neben Elterngesprächen und individuellen Gesprächsterminen, die das ganze Jahr hindurch in Absprache genutzt werden können, finden an jedem Schuljahresende wechselweise ein Sommerschulfest oder die Präsentation der Ergebnisse einer erfolgreichen und tatkräftigen Projektwoche statt.

Im Rahmen des Landesprojekts „Zukunft fördern“ wurde an unserer Schule schon 2009/10 ein Berufsorientierungsbüro (BOB) eingerichtet. Es ist ein fester Bestandteil der Berufsvorbereitung und bietet den Schüler/Innen der Oberstufe und deren Eltern verlässliche Beratungsangebote. Außerdem hält eine Berufsberaterin der Bundesagentur für Arbeit unseren Schüler/Innen und deren Eltern ausführliche Beratungsangebote vor.

Tiere in der Schule

Auch die Zusammenarbeit mit Tieren ist Teil unserer pädagogischen Konzepte.

In der Hunde-AG z.B. besucht uns ein professionell ausgebildeter Therapie-Hund und seine ebenso kompetente Besitzerin. Auf sanfte Art schult uns die Fellnase in Achtsamkeit, Fürsorge und stärkt unser Selbstwertgefühl.

Umgang mit Unterrichtsstörungen
Trainingsraum der Overbergschule Bocholt

Drei Regeln für den Unterricht, die alle Schüler kennen, sind für alle verbindlich:

1. Jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen

2. Jeder Lehrer hat das Recht, ungestört zu unterrichten

3. Jeder muss immer die Rechte der Anderen respektieren

Jede Klasse entwickelt darüber hinaus selbstständig Regeln, die für ein gutes Arbeits- und Lernklima in der Klasse eingehalten werden sollen.

Trainingsraumkonzept Bocholt

Grundlage der Trainingsraummethode ist die Anerkennung, dass Lehrer und Schüler sich in der Schule in einer Gemeinschaft befinden, die durch klare Regeln und klare Konsequenzen gekennzeichnet ist. Bei wiederholten Störungen im Unterricht werden Schüler aufgefordert, diese Fragen zu beantworten:

  • Was machst du?
  • Wie lauten die Regeln?
  • Was geschieht, wenn du gegen die Regeln verstößt?
  • Möchtest du mitarbeiten?

Schülern wird ihr Störverhalten bewusst gemacht! Er wird mit dem „Überweisungsschein“ in den Trainingsraum geschickt.

Und was passiert im Trainingsraum? Es gibt einen Denkzettel!

Es geht um die:

  • Aufarbeitung der Konfliktsituation durch ein Gespräch mit der Trainingsraum Lehrkraft
    • Störungsverhalten reflektieren
    • Absicht, die zu dem Verhalten geführt hat, herausarbeiten
    • Sich ein störungsfreies Verhalten vorstellen
  • Erstellen eines Rückkehrplans:
    • Beschreiben des gewünschten Verhaltens
    • Wiedergutmachung

Rückkehr in den Unterricht:

  • Mit dem erarbeiteten Plan geht es zurück in den Unterricht
  • Hier erfolgt in jedem Fall ein Gespräch mit dem Lehrer
  • Bei Fachunterricht findet das „Rückkehrgespräch“ später statt
  • Einhaltung des Plans durch beide Seiten


Und die „Unbelehrbaren“?

  • Nach 5 Besuchen im Trainingsraum kommt es in der Regel zu einer Trainingsraumkonferenz (TRK)
  • An der TRK nehmen Eltern und Schüler, der Klassenlehrer und ein TR Lehrer teil
  • Im Gespräch werden diese Punkte angesprochen:
    • Ursachen klären
    • Verhaltensmuster beschreiben
    • Gemeinsame Alternativen entwickeln
    • Hilfsangebote aufzeigen
    • Ergebnisse dokumentieren

Ampelsystem Ahaus