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Pressemitteilung

AHAUS: „Um unsere Förderschulstruktur haben uns viele beneidet"

Jens Spahn besucht Overbergschule Ahaus

Ahaus. Anlässlich einer Berlinreise der zehnten Klasse besuchte der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Jens Spahn nun die Overbergschule in Ahaus. Die geplante Diskussionsrunde in Berlin mit den Schülern der Förderschule des Kreises Borken in Berlin musste leider entfallen, da der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen eben jenen bei einem wichtigen Termin vertreten musste. Den Besuch nutzte Spahn auch, um sich mit Vertretern der Elternpflegschaft über die Zukunft der Förderschulen in NRW auszutauschen.

Umso mehr freute sich Spahn nun, die vielen Fragen der interessierten Schüler zu beantworten. Dabei erstreckten sich die Themen von Spahns Weg in die Politik, über Angela Merkels Chancen bei der anstehenden Bundestagswahl sowie seiner Meinung zu Europa. Dabei wurde deutlich, dass das CDU-Präsidiumsmitglied ein echter Europa-Fan ist: „Ich kann mich noch gut daran erinnern wie wir früher schon für einen kurzen Abstecher in die Niederlande den Reisepass brauchten und auf den Kaffee Zoll zahlen mussten. Heute könnt ihr von Helsinki bis nach Barcelona ohne Pass reisen, das ist etwas Besonderes.“ Dies gelte es gerade in der jetzigen Zeit zu verteidigen und nicht als selbstverständlich hinzunehmen. 

Großes Interesse zeigten die Schüler auch, als Spahn das autonome Fahren ansprach. Wer heute Berufskraftfahrer, Taxifahrer oder auch KFZ-Versicherer werden wolle, müsse sich Gedanken machen wie sich diese Berufe in den kommenden Jahren verändern werden oder ob es sie überhaupt noch geben wird, so Spahn. Viel wichtiger seien aber die umfassenden Möglichkeiten, die die neue Technologie hier ermögliche. „Es wird weniger Unfälle und damit Tote geben, es wird weniger Staus geben und man kann seine Zeit viel produktiver nutzen. Über die zahlreichen Chancen und Möglichkeiten könnten wir jetzt Stunden sprechen“, zeigte sich der Abgeordnete selbst begeistert. 

Zum Abschluss hatte der Abgeordnete noch eine Bitte an die Schüler: „Geht wählen. In China, Russland oder der Türkei gehen die Menschen ins Gefängnis, um ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Ihr müsst nur 18 werden. Das sollte jeder einzelne in Deutschland zu schätzen wissen. Und auch nur dann werden die Interessen von euch Jüngeren wieder mehr von der Politik beachtet.“

Im Anschluss an die Diskussion tauschte Spahn sich mit Vertretern der Elternpflegschaft der Overbergschule aus. Diese äußerten sich vor allem verunsichert über die Perspektive der Förderschulen: „Wir wollen keine Beschulung in der Regelschule. Das ist der falsche Weg, unsere Kinder fühlen sich dort ausgeschlossen und bekommen das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Hier wiederum werden sie mitgenommen und bekommen das Gefühl, akzeptiert zu werden. Wir möchten eine echte Wahlmöglichkeit für Eltern und deshalb auch in Zukunft die Möglichkeit, dass unsere Kinder eine Förderschule ab Klasse 1 besuchen können.“ Spahn konnte diese Bedenken voll nachvollziehen und hatte eine gute Nachricht für die Eltern dabei: „Wie im Wahlkampf angekündigt wird Armin Laschet in der ersten Sitzung als Ministerpräsident ein Moratorium verabschieden, durch das vorerst keine Förderschule mehr geschlossen wird.“ Spahn selbst verstärkte sein Bekenntnis zur Förderschule auch noch einmal: „Um unsere Förderschulstruktur haben uns viele andere Länder beneidet. Dieses Positivmerkmal hat die alte Landesregierung nun fast zerstört.“ Dies wolle die CDU nun auf jeden Fall korrigieren und Lernangebote wieder an den individuellen Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen orientieren. Aus Sicht der Elternvertreter ist eins der größten Probleme um die adäquate Förderung der Kinder, auch der integrativ beschulten Kinder an den Regelschulen zu gewährleisten, eine ausreichende Zahl an Sonderpädagogen, die derzeit nicht vorhanden sind. Hier müssten Aus- und Weiterbildung verstärkt werden, waren sich die Eltern einig.

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